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[Was ist Harninkontinenz] [Wie funktioniert der untere Harntrakt] [Unterschiedliche Formen der Harninkontinenz] [Stress-Inkontinenz] [Drang-Inkontinenz] [Überlauf-Inkontinenz] [Was getan werden kann] [Blasentraining] [Beckenbodentraining] [Was Hormone für Sie tun] [Operation] [Inkontinenz-Hygieneprodukte] [Diesen Text möchte ich offline
lesen (geziptes Word-File, 9 KB)] Was ist Harninkontinenz? (Nach oben)Harninkontinenz ist der medizinische Begriff für ein
Problem, das von den betroffenen Frauen oft auch als Blasenschwäche bezeichnet wird.
Gemeint ist die Unfähigkeit, den Urin bewusst zurückzuhalten, oder ein unnatürlich
häufiger starker Harndrang. Es kann also zu unkontrolliertem Harnverlust kommen. Dies alles muss nicht sein: denn längst ist die Harninkontinenz kein unvermeidliches Schicksal mehr. Heute kann auf vielfache Weise geholfen werden. Manchmal gelingt sogar eine völlige Wiederherstellung;
jedenfalls aber ist ein ganz normales Leben möglich mit ungestörter Bewegungsfreiheit,
Freundschaften und allen Aktivitäten, die das Leben ausmachen. Wie funktioniert der untere Harntrakt? (Nach oben)Die Nieren und die ableitenden Harnwege, haben eine
wichtige Aufgabe im Wasserhaushalt des Körpers und bei der "Entsorgung" der
Endprodukte des Stoffwechsels. Daneben kann eine Störung des Verschlussmechanismus vorliegen. Auch hier ist die Ursache ein Hormonmangel. Die Schleimhaut welche die Harnröhre auskleidet, wird dünner und trockener und dichtet deshalb schlecht. Sie kann auch chronisch gereizt sein. Auch das umgebende Gewebe, die Muskulatur und das Bindegewebe verlieren an Elastizität und Durchblutung und schliessen deshalb schlechter. Das Bindegewebe lässt in seiner Stützfunktion nach, entweder als Folge einer angeborenen Bindegewebeschwäche oder einer Schädigung durch mehrere Geburten. Dies führt zu einer Verschlussschwäche, die bei körperlicher Belastung zu Harninkontinenz, meist ohne Reizblasenbeschwerden, führen kann. Diese Verschlussschwäche kann teilweise kombiniert sein mit einer Senkung der Blase und der Gebärmutter. Schliesslich kann eine Störung auch in der Steuerung durch das Nervenzentrum vorliegen. Dies wird besonders bei älteren Leuten zu einem Problem, da bei Verwirrtheitszuständen die Kontrolle des komplizierten Zusammenspiels von Verschlussmechanismus und Blase schwer zu steuern ist. Den auslösenden Ursachen entsprechend, wird die
Harninkontinenz meist in drei Gruppen eingeteilt, die mit ihren charakteristischen
Merkmalen nachfolgend beschrieben werden. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass eine
Harninkontinenz mehrere Ursachen gleichzeitig haben kann, und die Betroffenen dann ihr
individuelles Problem in unterschiedlichen Gruppen beschrieben finden. Unterschiedliche Formen der Harninkontinenz (Nach oben)Stress-Inkontinenz (Nach oben)Hierbei handelt es sich mit 60% aller Fälle um die häufigste Art der Inkontinenz, welche u.a. auch hei jüngeren Frauen vorkommt. Mit ,,Stress" ist hier ein Druckanstieg in der Bauchhöhle gemeint, der bei Niesen, Husten und Lachen oder beim Hochheben einer Last auftritt. Normalerweise widersteht der Verschluss der Harnröhre dem Stress einer sich plötzlich auftretenden Druckerhöhung. Wenn der Aufhängeapparat oder die Bänder, welche die Harnröhre unterstürzen, nachlassen und wenn nicht mit Hilfe der Beckenbodenmuskulatur der Verschluss- mechanismus unter Stresssituationen verbessert wird, kann es zu unfreiwilligem Urinverlust kommen. Drang-Inkontinenz (Nach oben)Die Drang-Inkontinenz macht ca. 20 bis 25% aller
Blasenstörungen aus und tritt vor allem bei älteren Frauen auf. Normalerweise hat die
Blase ein Fassungsvermögen von 300 bis 500 ml. Wird diese Kapazität nicht trainiert, so
kann die Blase kleiner werden. Der Harndrang tritt dann immer früher auf oder kann so
plötzlich auftreten oder so stark sein, dass sich die Blase spontan zusammenzieht und
unaufhaltsam Urin entleert. Die Drang-Inkontinenz wird oft durch Harnweginfekte
hervorgerufen, auch Diabetes oder andere Erkrankungen können mitwirken. Überlauf-Inkontinenz (Nach oben)Die Überlauf-Inkontinenz ist eine
Blasen-Entleerungsstörung. Sie tritt u.a. bei Abflusshindernis oder bei Muskelschwäche
der Blase auf. Dabei ist die Blase ständig prall gefüllt, aber nur kleine Urinmengen
gehen in unregelmässigen Abständen unkontrolliert ab, ohne dass die Blase wirklich
entleert wird. Dies wird oft durch eine Einengung oder Verlegung der Harnröhre
verursacht. Beim Mann geschieht dies, wenn die Harnröhre durch die Prostata verengt ist.
Es handelt sich deshalb bei der Überlauf-lnkontinenz um die typische
,"Männerkrankheit". Bei der Frau kommt sie seltener vor, z.B. bei narbiger
Einengung, bei starker Senkung wegen Abknickens der Harnröhre oder bei Erkrankungen der
Blasenmuskulatur und des Nervensystems. Was getan werden kann (Nach oben)Es stimmt , dass in jungen Jahren jede zehnte Frau, im
hoher Alter jede zweite Frau unter Harninkontinenz und Blasenbeschwerden leidet. Immer
noch halten viele ihre Beschwerden geheim, statt Sich an den Arzt oder Apotheker zu
wenden. Auf die wichtigsten Therapiemöglichkeiten soll im folgenden eingegangen werden. Blasentraining (Nach oben)Ziel ist die Steigerung der Blasenkapazität. Bei einer konstanten täglichen Trinkmenge versuchen Sie, die zeitlichen Abstände zwischen dem Gang zur Toilette auszudehnen. Die Blase lernt somit, mehr Wasser aufzunehmen und zu behalten, ohne dass Urin abgeht. Die Harnmenge sollte täglich zwischen 1500 und 2000 ml und durchschnittlich pro Mal rund 300 ml betragen. Regelmässige Besprechungen mit dem Arzt oder Apotheker und die Erfolgskontrolle durch schriftliche Aufzeichnungen erleichtern das Training. Beckenbodentraining (Nach oben)Durch konsequentes Beckenbodentraining können Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und auch sexuelle Funktionsstörungen gebessert und sogar geheilt werden. Vorteilhaft ist eine erste Anleitung durch eine(n) geschulte(n) Physiotherapeutin/en. Das Training beginnt mit dem Spüren und Bewusstmachen der
Beckenbodenmuskulatur und mit dem Erlernen und Üben der Beckenbodenmuskelkontraktionen.
Danach werden die Beckenbodenmuskeln durch intensives Training gestärkt. Schrittweise
wird dann die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur in den Alltag integriert, beim Laufen,
bei sportlicher Betätigung, beim Niesen, beim Lachen, beim Heben von Lasten usw. Was Hormone für Sie tun (Nach oben)Nach der Menopause produzieren die Eierstöcke immer weniger Östroger, jedoch entstehen noch Östrogenvorstufen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde, die im Fettgewebe zu aktivem Östrogen umgewandelt werden. Das erklärt auch, dass nicht alle Frauen gleich stark leiden. Welche Einwirkungen hat Östrogen nebst dem Einfluss auf die Schliessfunktion von Blase und Harnröhre? Die Scheide und die Harnröhre haben den gleichen Ursprung. Es ist deshalb verständlich, dass beide auf den Hormonabfall gleich reagieren. Die Durchblutung und Durchleuchtung des Gewebes nimmt ab, die Elastizität geht verloren. Urin kann leichter austreten. Die Schleimhaut im gesamten Genitalbereich, der Harnröhre und der Scheide wird trocken, dünn, rissig. Spürbar wird dies durch Jucken, Brennen und Beissen im Bereich der Scheide und beim Wasserlassen. Es entsteht häufiger Harndrang. Trockene, verletzbare Schleimhaut und fehlende Elastizität der Scheide können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Die Frau wird anfälliger auf Infektionen von Harnröhre, Blase und Genitalbereich. Infekte verursachen Brennen und gehäuftes Wasserlösen. Die Beckenbodenmuskeln, die für den Harnröhrenverschluss verantwortlich sind, werden schlaff, so dass leichter Harn austreten kann. Bei Frauen, die mehrmals geboren haben, besteht dafür ein grösseres Risiko. Der Arzt/die Ärztin kann ersetzen, was die Natur weggenommen hat - sofern Sie unter keinen gesundheitlichen Risiken leiden. Die Östrogene bauen die Schleimhaut in der Harnröhre, der Blase und auch in der Scheide wieder auf. Der Zustand vor den Wechseljahren wird durch zugeführte Östrogene wieder hergestellt. Es sind verschiedene Östrogenpräparate erhältlich. Diese brauchen Sie oft nicht einmal zu schlucken, sondern eine lokale Applikation in Form eines Pflasters oder von vaginalen Zäpfchen ein- bis zweimal wöchentlich kann genügen. Wichtig sind jedoch immer regelmässige Kontrollen bei Ihrem Frauenarzt. Wirkung: Eine erste Besserung von Harninkontinenz, Drang, Brennen, Jucken und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ist nach ca. 3 Wochen spürbar Da Östrogene etwas ersetzen, das fehlt, stellen sich beim Absetzen wieder dieselben Probleme ein. Deshalb empfiehlt sich eine andauernde Behandlung. Fragen Sie Ihren Arzt um weitere Informationen zu dieser Therapiemöglichkeit. In manchen Fällen verschwindet dadurch die lästige Blasenschwäche ganz. Operation (Nach oben)Wenn sich nach drei Monaten trotz der dargestellten
Massnahmen nur eine geringe oder gar keine Besserung anzeigt, kann auch eine Operation in
Betracht gezogen werden. Die Gebärmutter wird dabei wieder in ihre ursprüngliche Lage
hinaufgehoben und fixiert, damit sie nicht mehr auf die Blase drückt. Vor jeder Operation
sollten aber de natürlichen Behandlungsmethoden voll ausgeschöpft werden, da sie oft zur
Heilung führen. Wenn sie zur Heilung nicht ausreichen, wirken sie sich immerhin günstig
auf die Operationsbehandlung und den späteren Heilungsverlauf aus. Inkontinenz-Hygieneprodukte (Nach oben)In der Entwicklung dieser Produkte sind gerade in jüngster Zeit grosse Fortschritte erzielt worden. Von dieser Entwicklung profitiert besonders die grosse Anzahl derjenigen Frauen und Männer, die ein aktives Leben führen und Einschränkungen ihrer Mobilität nicht hinnehmen möchten. Um all diesen Menschen ihre volle Bewegungsfreiheit zurückzugeben, wurden verschiedenste Schutzeinlage entwickelt, denn trotz der zuvor aufgeführten Behandlungsmöglichkeiten kann ein unwillkürlicher Urinverlust nicht immer verhindert werden. Wir habe eine Beratungshilfe zusammengestellt, die Ihnen hilft, das richtige Produkt zu finden.
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