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beachten: Wir verkaufen KEIN
DHEA.
Dehydroepiandrosteron
(Abkürzung DHEA)
ist ein menschliches Steroidhormon, das aus Cholesterin in den
Nebennierenrinden gebildet wird. Es ist eine Vorstufe von Testosteron und kommt
bei Frauen und Männern vor. Es handelt sich also um ein körpereigenes
Hormon, dessen verschiedenen Wirkungen im menschlichen Körper zur Zeit noch
weitgehend unbekannt sind. Das Hormon wird im Körper zum Teil in das
männliche Sexualhormon Testosteron umgewandelt. Dies erklärt auch einige der
Nebenwirkungen. Für DHEA selbst konnte bis heute weder ein eigener Rezeptor
noch direkte Hormonwirkungen nachgewiesen werden. Die Substanz wirkt jedoch
auf den Hormonhaushalt und beeinflusst die Wirkung anderer Steroidhormone,
In der Schweiz ist DHEA nicht zugelassen und
somit nicht im Handel. In den USA gilt dieses Hormon rechtlich
erstaunlicherweise seit 1994 als Nahrungsergänzungsmittel!
Die körpereigen Produktion von DHEA ist nicht
konstant. Beim Kleinkind produziert die Nebennierenrinde nur sehr wenig DHEA.
Ab etwa dem 7. Altersjahr beginnt die Produktion zu steigen und erreicht Mitte
20 ihren Höchstwert. In den kommenden Jahren sinkt der DHEA-Spiegel dann
wieder kontinuierlich ab. Ein 75-jähriger hat nur noch etwa 20% der Menge
eines 25-jährigen. Faktoren die sich negativ auf den DHEA-Haushalt auswirken,
sind auch starkes Übergewicht und eine falsche Ernährung.
Es gibt einige Hinweise, dass ein tiefer
DHEA-Spiegel bei älteren Männern mit einem etwas höheren Risiko für
Herz-Kreislaufkrankheiten gekoppelt sein könnte. Dies ist allerdings nicht
wissenschaftlich bewiesen.
In einer plazebonkontrollierten Studie an
Männern und Frauen mit 100 mg DHEA pro Tag während 3 Monaten stiegen die
Blutspiegel an freiem Testosteron- und Estradiol an. Das Körperfett
stieg leicht bei den Frauen und sank leicht bei den Männern. Weiter konnten
Veränderungen in verschiedenen Blutparametern gemessen werden. Eine
Steigerung des Wohlbefindens oder der Sexualfunktionen gegen Plazebo konnte
nicht signifikant festegestellt werden.
In der Laienpresse gilt DHEA als das neue
Wundermittel. Es soll u.a. das Leben verlängern, zur Gewichtsreduktion
dienen, Krebs und Alzheimer vorbeugen, AIDS bekämpfen, Probleme der Menopause
lösen und die Libido stärken. Laut Werbung ist dieses ‚natürliche’
Medikament nebenwirkungsfrei (dies ist falsch, siehe weiter unten). Das
tatsächlich fundierte und gesicherte Wissen über DHEA ist allerdings klein.
Die meisten Daten, aus denen obige Indikationen
abgeleitet wurden, stammen aus Versuchen an Mäusen und Ratten. Die
Uebertragung der gewonnen Erkenntnisse auf den Menschen ist aber mehr als
problematisch, da Nagetiere natürlicherweise nur etwa 1/10'000 der Menge an
DHEA besitzen als ein Menschen. Eine tägliche Fütterung mit Megadosen an
DHEA hat daher eine andere Wirkung als beim Menschen mit einem vergleichsweise
hohen natürlichen DHEA-Spiegel.
Für DHEA sind viele Einsatzmöglichkeiten
denkbar: Hormonsubstitution in der Menopause, positive Wirkung auf das
Hormonsystem, chronisches Müdigkeitssyndrom, Atherosklerose, Diabetes
u.a. Diese Indikationen sind aber erst durch experimentelle Untersuchungen
oder durch sehr kleine Studien untermauert.
In den letzten Jahren sind nach DHEA-Einnahme
verschiedene Nebenwirkungen aufgetreten. Durch die indirekte
Testosteronspiegelerhöhung kann es zur Stimulation von noch kleinen
Prostatatumoren kommen; eine gutartige Vergrösserung der Prostata ist
ebenfalls möglich. Weiter sind berichtet worden: Senkung des HDL-Blutspiegel
(‚gutes’ Cholesterin), Herzrhythumus-Störungen, unreine Haut, Akne, Ausfall des
Kopfhaares, Haarwachstum an unüblichen Stellen, heisere Stimme,
Kopfschmerzen, Leberwerveränderungen, Brustschwellungen und Zyklusveränderungen bei der Frau. Ein
erhöhtes Burstkrebsrisiko ist möglich.
Wie bei anderen Hormonen sind Wechselwirkungen
mit anderen Medikamenten möglich. Folgende sogenannte Interaktionen sind u.a.
aufgelistet worden: Acetylsalicylsäure, Clopidrogel, männliche
Geschlechtshormone, weibliche Geschlechtshormone, Kortikosteroide,
Antidiabetika. Diese Liste ist sicher nicht vollständig.
Quellen
DHEA - ein Hormon mit vielfältigen Wirkungen, Deutsche Apothekerzeitung,
2002, 142(8), pp 842-847
Mutschler, Arzenimittelwirkungen, WVG Stuttgart 1996
American Familly Physician ( www.aafp.org/afp
)
Quackwatch ( www.quackwatch.com )
RxList (www.rxlist.com)
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