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Der Stuhlgang ist eine sehr individuelle Sache – der eine kann jeden Tag zweimal, der andere muss nur alle drei Tage. Kein Grund zur Sorge also, wenn man nicht täglich Stuhlgang hat. Die medizinische Definition für Verstopfung lautet: “Weniger als drei mal pro Woche Stuhlgang”. Die allgemeine Vorstellung, ohne tägliche Stuhlentleerung würden Schlacken im Körper verbleiben und zu einer “Selbstvergiftung” führen, ist übrigens falsch. So funktioniert unsere DarmtätigkeitDer Transport
des Darminhaltes wird schubweise durch Darmkontraktionen gewährleistet. Diese
Bewegungen sind zum grossen Teil vom Füllungszustand des Dickdarmes abhängig,
d.h. nur im ausreichend gefüllten Dickdarm werden Dehnungsreize ausgelöst. Im
Dünndarm finden zuvor Verdauung und Resorption der abbaufähigen Nährstoffe
statt. Die nicht oder nur teilweise abbaubaren Nahrungsfasern gelangen in den
Dickdarm. Aufgrund ihrer Quellfähigkeit und ihres Wasserbindungsvermögens
erhöht sich der Wassergehalt des Speisebreis. Dies bedingt, dass genügend
Flüssigkeit aufgenommen wird. Ein weicherer Stuhl mit grösserem Volumen ist
die erwünschte Folge. Der Reiz, der dadurch auf die Dickdarmwände ausgeübt
wird, regt die Darmtätigkeit an und sorgt für einen geregelten Stuhlgang. Ein
wichtiger Gradmesser, ob die Verdauung geregelt funktioniert, ist das eigene
Wohlbefinden. Erst wenn zu einer seltenen
Darmentleerung ein allgemeines Unbehagen, Blähungen oder Völlegefühl dazu
kommen, spricht man von Verstopfung. Verstopfung ist nicht gleich Verstopfung Viele Faktoren
können dazu führen, dass wir uns “verstopft”
fühlen. Bei zu viel Stress ist die Darmmuskulatur angespannt. Die Muskulatur
ist verkrampft und die Speisen im Darm werden nicht weiter transportiert. Davon
betroffen sind vor allem Menschen mit hoher beruflicher oder seelischer
Belastung. Bei zu geringer körperlicher Bewegung ist die Darmmuskulatur träge
und kann die Nahrung nicht durch den Darmkanal befördern. Menschen mit
vorwiegend sitzenden Tätigkeiten und ältere Menschen sind davon besonders oft
betroffen. Es gibt auch verschiedene Lebenssituationen, bei denen es bei sonst
normaler Darmtätigkeit zu Verstopfungen kommen kann. Ungewohnte Nahrung oder
eine Reise können die Verdauung stark beeinflussen. Frauen leiden tendenziell
während der zweiten Zyklushälfte an einer Verstopfung, aber auch während
einer Schwangerschaft wird der Darm vorübergehend träge. Auch bettlägerige
Patienten oder Patienten mit Schmerzen am After haben oft Mühe mit einem
regelmässigen Stuhlgang. Bringen Sie Ihre Darmtätigkeit in Schwung
Wann ist eine Verstopfung abklärungsbedürftig? Tritt eine Verstopfung relativ plötzlich auf, nachdem vorher der Stuhlgang ganz normal war und besteht keine Veränderung der Lebenssituation, ist eine genaue ärztliche Abklärung empfohlen. Alarmsignale sind auch eine Verstopfung abwechselnd mit kurzen Phasen von Durchfall oder Blut im Stuhl sowie unerklärbarer Gewichtsverlust. Alarmsignale
Merkblatt
Verstopfung Verantwortlich Dr. Th. Stebler |